Presseberichte als pdf:

Das Projekt ist beendet.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihren Besuch.

Satirische Auseinandersetzung mit dem Countdown des Lebens

Ein Stück von Markus Köbeli | Inszenierung Hannes Zaugg-Graf

11. bis 24. April 2015 im Casino PZM Münsingen

Und wers verpasst hat, hier ein kleiner Zusammenschnitt:

das projekt  |   es (wahrschynlech) einmaligs abentüür

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Geschichte

Warum AH+?

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Mitglieder des Teams der Inszenierung «Besuch der alten Dame» im Sommer 2003 in Uetendorf trafen sich sporadisch zu einem Nachtessen.

Idee

Als der Regisseur der damaligen Inszenierung seiner Frau einmal erklärte, er habe wieder so einen «Alte Dame»-Abend, bemerkte seine Frau mit Blick auf die Gästeliste ironisch, dass es schon eher ein Altherren-Abend sei. Fortan schrieb man diese Treffen korrekt in den Terminplan. Weil man aber zuerst auch die damalige Hauptdarstellerin einzuladen begann und Theater ohne Frauen nun wirklich keinen Spass macht, ergab sich der Name für das Projekt wie von selber – auch wenn wir kein Seniorentheater sind.

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Irgendwann entstand die Idee, zusammen und unabhängig von Vereinsstrukturen ein Theaterprojekt über die Bühne gehen zu lassen.

Absicht

Tolles Theater zu machen, das Beteiligten wie Publikum gleich viel Spass macht

zum stück  |   das me weiss, um was es isch gange

Erwarten ist oft ungenutztes Warten

 

Arbeiter Lenin Alpsteg bemüht sich, durch einfachen Lebenswandel zu einem kleinen Vermögen zu gelangen. Er will sich später mit seiner Frau «einmal etwas leisten können, wenn nicht im Leben, so doch wenigstens im Alter». Nachdem seine Frau gestorben ist, ein gemeinsames Geniessen-Können somit kein Thema mehr sein kann, entschliesst sich Lenin, in eine luxuriöse Seniorenresidenz einzutreten. Gegen Ende seines Daseins möchte er zumindest erahnen lernen, wie es sich gelebt hätte auf der andern Seite des sozialen Gefüges, will «einfach einmal wissen, was es für ein Gefühl ist, wenn man reich ist, wenn man etwas hat, was andere nicht haben.»

 

In seinem neuen Zuhause erhält Lenin Alpsteg Einblick in Gesellschaftsschichten, die er bestenfalls vom Hören-Sagen kennt. Seine Mitbewohner bemühten sich zeitlebens um Politik und Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur oder rühmen sich, adligen Geblüts zu sein. Die Geisteshaltungen «auf der andern Seite» weichen von der Lebensauffassung Lenins verständlicherweise ab. Eines ist sicher: Materieller Wohlstand und moralische Gesinnung gehen nicht notwendigerweise Hand in Hand.

Pflegeschwester Pia fasst ihre Erfahrungen in einem Satz zusammen: «Im Alter sind alle irgendwie gleich, erleben das gleiche Schicksal: Alle haben nicht das erreicht, was sie wollten, niemand hat bekommen, was er erwartet hat.»

 

Kulinarisches

 

Geniessen Sie vor den Abendvorstellungen im PZM-Restaurant das spezielle Theater-Angebot:

 

Bunter Frühlingssalat Fr. 8.50

Hausgemachtes Blätterteig-Pastetli

 • mit Poulet-Spargelfüllung Fr. 16.00

 • vegetarisch mit Spargelfüllung  Fr. 15.00

Kalbssteak mit Morchelsauce, Nudeln, Gemüsegarnitur Fr. 34.00

Dessertwagen... lassen Sie sich überraschen

 

Das Team der PZM-Hotellerie heisst Sie ab 18.00 Uhr herzlich willkommen und empfiehlt, spätestens um 18.45 einzutreffen;

 

Theaterbar im Casino PZM, jeweils ab 1h vor Vorstellung

Gedanken zur Inszenierung

 

Warum ziehen Leute nicht gern in ein Altersheim? Weil es eine Einbahnstrasse ist. Aus einem Altersheim kommt man nie mehr zurück. Es ist vergleichbar mit dem Todestrakt eines amerikanischen Gefängnisses. Aus diesem Grund tragen die Insassen unserer Seniorenresidenz auch alle die gleichen Overalls. Trotzdem, an den Tod wollen sie wie wir alle nicht erinnert werden. Dass unsere Zeit endlich ist, dass wir nur ein kurzer Augenblick der Geschichte sind, ist für viele schwer zu ertragen.

 

Die bekannte Madame de Meuron soll einmal gesagt haben «Guete Ma, im Himmel sy mer villech einisch glych. Aber hie unger isch no Ornig».

Genau diese Ordnung bringt Lenin Alpsteg durcheinander, als er zum Abschluss seines Lebens einmal die andere Seite des Lebens kennenlernen will. Das Leben der berühmten und reichen Leute, der so genannt Privilegierten. Er denkt, dass er allein dadurch, dass er sich den Aufenthalt in der teuren Residenz leisten kann, auch dazugehört. Er irrt. Gleich sind wir wirklich erst im Augenblick des Todes, da hatte Frau de Meuron völlig Recht.

 

 

 

 

 

 

Wir setzen den tollen Text von Markus Köbeli mit viel Symbolik um und versuchen die teilweise Unfähigkeit der Kommunikation noch zu verstärken. Es soll geschmunzelt, gegrinst und laut gelacht werden. Aber ich verspreche Ihnen auch Momente des leer Schluckens, denn die Personen auf der Bühne sind bei aller Theatralik auch Projektionsflächen und manchmal Spiegel.

 

Die meisten dieses Team kennen einander seit Jahren, haben bereits mehrere erfolgreiche Inszenierungen miteinander gemacht. Auch wir werden alle älter und können nie wissen, ob es nicht das letzte Mal ist, dass wir gemeinsam etwas auf die Bühne stellen können. Ich hätte mir nach sieben Jahren völliger Bühnenabsenz für den Wiedereinstieg ins Theater kein schöneres Projekt wünschen können, als genau dieses. Das gegenseitige Vertrauen und die Offenheit im Umgang miteinander lässt stetiges Wachsen im Ausdruck zu, wie das Publikum sicher unschwer wird erkennen können.

 

Hannes Zaugg-Graf

Der Autor

 

Der 1956 Bern geborene Markus Köbeli studierte nach der Schulzeit Germanistik, Geschichte, Ethnologie, Philosophie und Journalistik an der Universität in Bern. 1981 verliess er die Universität und bereiste Asien. Ab 1982 veröffentlichte er kabarettistische Hörspiele sowie Beiträge für die verschiedenste Sendungen von Radio SRF. Köbeli verfasste zudem Texte für Satiresendungen des Schweizer Fernsehens. Namentlich ist er Koautor von dessen Rollen «Harry Hasler» und «Fredi Hinz». K. schrieb zahlreiche Texte Birgit Steinegger, bei deren Comedy-Show «Total Birgit» er als Regisseur mitwirkte. Er begann auch Bühnenstücke zu schreiben, die zu den meistgespielten Stücken der neueren Schweizer Dramatik zählen.

 

 

 

 

 

 

Das bekannteste – «Peepshow» – wurde 1989 in Bern uraufgeführt. Das Stück behandelt das Leben einer Bergbauernfamilie, die durch die touristische Vermarktung allmählich ihre Identität verliert. In mehrere Sprachen übersetzt, wurde es auf zahlreichen schweizerischen und europäischen Bühnen gespielt (meistens unter dem Titel «Holzers Peepshow»). Ein weiteres öfter gespieltes Stück ist die Komödie «Zimmer frei». Weniger bekannt ist sein Stück «Lenin», aber auch hier werden komödiantische bis absurde Elemente geschickt mit sozialkritischen Aussagen vermischt, so dass diese wunderbare Mischung aus Unterhaltung und gedanklichem Tiefgang entsteht.

bild: dukas/severin nowacki

impressionen  |   erschti bis letschti Ydrück

erste Leseprobe

erstes Probewochenende im Casino PZM

erster Durchlauf

das team |  wär het mitgmacht

uf dr Bühni

Name: Jörg Kocher

 

Rolle/Funktion:  Lenin Alpsteg / Übersetzer

 

E Satz vo mir:

 

I dänke, da chunnt afe mal nüt. Dir wüsst scho, was i meine: wenn alls verby  isch. Da chunnt nüt nache, später. Ömu nüt, won i wüsst. Aber was weiss i  scho?

Name: Heinz Bercher

 

Rolle/Funktion:  Karl-Heinz Riegler

 

E Satz vo mir:

 

Es git ke anderi Lösig, o wes nid logisch isch. Nid für mi. Da ergit Stillstand ke Sinn. U es Ändi isch diräkt absurd.

Name: Rosita Zwahlen

 

Rolle/Funktion:  Hannelore Riegler

 

E Satz vo mir:

 

Machet nech nume keni Gedanke. Me het halt nid immer Glück. Aber das cha  ja wieder ändere.

Name: Irene Müller Flück

 

Rolle/Funktion:  Irmgard Glanz

 

E Satz vo mir:

 

De wärdet dir jitz immer älter? Viellecht wärdet dr ja so alt, dass dr ganz  natürlech chöit gah, dass dr gar nid müesst ... verstöht dr?

Name: Peter Siegenthaler

 

Rolle/Funktion:  Lars Sörensen

 

E Satz vo mir:

 

Dr Mönsch isch nid gschaffe füre Kommunismus. Dr Mönsch isch, im Grund gno, nid emal es sozials Wäse.

Name: Samuel Kobel

 

Rolle/Funktion:  Herbert Kroninger

 

E Satz vo mir:

 

E gueti Beobachtigsgab isch e Grundvorus-setzig für d’Schouspielerei.

Name: Jolanda Schild

 

Rolle/Funktion:  Schwester Pia

 

E Satz vo mir:

 

Er laht mer hie und da öppis la zuecho, ja. Das müesst er eigetlech nid. Aber i  nime aa, es isch ihm chli wöhler derby.

Name: Kurt Spöri

 

Rolle/Funktion:  Pfleger Mark

 

E Satz vo mir:

 

I fahre o Töff. E Suzuki. D’Harley isch mer z’weni sportlech. U wen i de das hie  hinder mer ha, de machen i e Tour.

Name: Monika Balsiger

 

Rolle/Funktion:  Tochter Riegler

 

E Satz vo mir:

 

I wett nid störe, aber es isch wäge de Chind.

Name: Michelle Balsiger

 

Rolle/Funktion:  Enkelin Nathalie

 

E Satz vo mir:

 

Riegler bürgt für Qualität

Name: Jan Ulrich

 

Rolle/Funktion:  Enkel Florian

 

E Satz vo mir:

 

Ganz eifach Riegler

Name: Hanna Marchand

 

Rolle/Funktion:  Musikerin

 

E Satz vo mir:

 

I spile Saxophon (www.hannamarchand.com)

bild: ben zurbriggen

hinger dr bühni

Name: Jürg Moser

 

Rolle/Funktion:  Co-Regisseur

 

E Satz vo mir:

 

Das mache mer no grad einisch.

Name: Hannes Zaugg-Graf

 

Rolle/Funktion:  Konzept/Inszenierung

 

E Satz vo mir:

 

Wie dr Jürg scho het gseit: Das mache mer no grad einisch.

Name: Marianne Schiess

 

Rolle/Funktion:  Regieassistenz

 

E Satz vo mir:

 

Nei, dir heit übersprunge.

Name: Marlise Heng

 

Rolle/Funktion:  Produktionsleiterin

 

E Satz vo mir:

 

Das hani scho gmacht.

Bühnenbild: Hannes Zaugg-Graf, Christine Bercher

Kostüme, Requisiten Maske: Christine Bercher

Technik: Pasquale Tortora

Licht: Beat Jörg, Pasquale Tortora

Technischer Support: Martin Zwahlen

Gastronomie: Marlise Heng und Team der PZM-Hotellerie

visueller Auftritt/Website/Bilder: z-grafix.ch/z-arts.ch

 

sponsoren |  theater gits nid vergäbe

Wir danken unseren Sponsoren für ihr Engagement:

 

Wir danken der aaretaler volksbühne nicht nur für das «Gastrecht» und die logistische Unterstützung, sondern insbesondere auch für den finanziellen Beitrag.

 

kontakt | für die, wo frage hei

 

 

Aufführungsort

Casino Psychiatriezentrum Münsingen

 

Ein Sonntagsausflug lohnt sich wegen der diversen Aktivitäten für Familien auch ohne Theater.

 

Und auch das Restaurant ist mehr als empfehlenswert.

 

 

Aber stöbern Sie doch selbst:

http://www.pzm.gef.be.ch/pzm_gef/de/index/freizeit_kultur/freizeit_kultur/casino.html

 

 

Das Kontaktformular haben wir abgeschaltet, da wir uns wieder anderen Projekten widmen. Wer aber dringend etwas wissen möchte, findet den Kontakt zu etlichen Beteiligten einzig aufgrund der Namen sicher innert weniger Klicks.

 

Danke für Ihr Verständnis.

 

 

 

 

 

reaktionen  | für die, wo kener pedeäfs wei abelade

Premierenbericht BZ vom 13. April 2015